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Deutschlands Damen sind erneut Vizeeuropameister

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Das deutsche Damenteam bei der Siegerehrung. V.l.: Miranda Wilson, Isabel Herttrich, Yvonne Li, Ann-Kathrin Spöri, Kilasu Ostermeyer, Stine Küspert, Linda Efler, Fabienne Deprez, Cheng Wen Hsing (Bundestrainerin Doppel/Mixed), Lara Käpplein. Foto: Claudia Pauli.
Die Spielerinnen des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) haben sich zum zweiten Mal in Folge zum Vizeeuropameister gekürt. Bei der EM für Herren- und für Damennationalmannschaften 2020 (11. bis 16. Februar in Liévin/Frankreich) musste sich die an Position vier notierte Auswahl von Chef-Bundestrainer Detlef Poste erst am Sonntag (16. Februar) im Finale dem topgesetzten Titelverteidiger Dänemark mit 1:3 geschlagen geben.
Die Nordeuropäerinnen hatten bereits bei der vorangegangenen Auflage der European Men’s & Women’s Team Championships, 2018 im russischen Kasan, das Endspiel gegen Deutschland für sich entschieden. Auch damals gewann Dänemark mit 3:1.
Seit die EM für Herren- und für Damennationalmannschaften – im Jahr 2006 – in der Form, wie sie aktuell Bestand hat, eingeführt wurde, gelang es den Spielerinnen des DBV bei jeder Austragung, eine Medaille zu holen. „Alles war heute möglich. Wir hätten es ebenso verdient gehabt“, sagte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz nach dem Endspiel in Liévin.
Nach souveränen Siegen in der Gruppenphase gegen die Slowakei, Portugal und Lettland (jeweils 5:0) hatte das deutsche Damenteam bei den European Men’s & Women’s Team Championships 2020 im Viertelfinale gegen Ungarn ebenfalls klar gewonnen (3:0). Im Halbfinale verzeichnete die Auswahl des DBV einen 3:1-Erfolg über Schottland.
Das hervorragende Abschneiden in Liévin bedeutete für die deutschen Spielerinnen zugleich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft für Herren- und Damennationalmannschaften 2020 (16. bis 24. Mai in Aarhus/Dänemark). Im EM-Team standen vier Nachwuchsasse, die in diesem Jahr erstmalig bei einer Europameisterschaft im Erwachsenenbereich aufschlugen.
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Yvonne Li gewann das Spitzeneinzel in drei Sätzen. Foto: Claudia Pauli.
In Finale bezwang zum Auftakt die Deutsche Meisterin Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) im 1. Dameneinzel Julie Dawall Jakobsen (Weltranglistenplatz 48) mit 19:21, 24:22, 21:16. „Wir waren beide super-nervös und haben zu Beginn beide viel durch die Mitte gespielt und darauf gewartet, wer den ersten Fehler macht. Am Ende war es richtig anstrengend, das war ein richtig harter Fight. Nachdem ich gestern verloren habe, bin ich nun umso glücklicher, dass ich die Mannschaft in Führung gebracht habe“, sagte die Weltranglisten42. nach dem zweiten Sieg im siebten Vergleich mit der Dänin. Im nachfolgenden 1. Damendoppel mussten sich Linda Efler/Isabel Herttrich (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 33) ihren dänischen Kontrahentinnen Alexandra Bøje/Mette Poulsen (Weltranglistenplatz 38) nach einer Spielzeit von 80 Minuten hauchdünn mit 24:22, 16:21, 19:21 geschlagen geben. „Wir hatten im dritten Satz einen sehr schlechten Start, lagen 0:6 hinten, und haben uns dann gut zurückgekämpft“, meinte die 25 Jahre alte Linda Efler. Ihre Doppelpartnerin Isabel Herttrich ergänzte: „Am Ende waren es dann unter anderem zwei blöde Entscheidungen von mir, die den Ausschlag gegeben haben.“ Linda Efler und Isabel Herttrich standen Alexandra Bøje/Mette Poulsen erstmalig im Rahmen eines Turniers gegenüber.
Im anschließenden 2. Dameneinzel unterlag Fabienne Deprez (Club de Badminton d’Aulnay-sousBois/Frankreich; Weltranglistenplatz 64) der U19-Vizeweltmeisterin von 2018, Line Christophersen (Weltranglistenplatz 55), mit 14:21, 11:21. „Das war nichts. Ich bin zu keiner Zeit ins Spiel gekommen, das hat es mir schwer gemacht. Ich hatte unter anderem Probleme mit der Länge und der Höhe – heute hat einfach gar nichts gestimmt. Sie war einfach besser“, zog Fabienne Deprez selbstkritisch ein Fazit. Die Deutsche Vizemeisterin bestritt anlässlich der Team-EM in Liévin erstmalig ein Wettkampfmatch gegen die 20 Jahre alte Dänin.
Den 3:1-Gesamtsieg machten die Nordeuropäerinnen durch einen Drei-Satz-Erfolg im 2. Damendoppel perfekt: Maiken Fruergaard/Amalie Magelund behielten darin mit 19:21, 21:17, 21:12 gegenüber Stine Küspert/Kilasu Ostermeyer (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Refrath) die Oberhand. Derzeit wird keine der beiden Paarungen in der Weltrangliste geführt. Die Damenduos trafen anlässlich der Titelkämpfe zum ersten Mal aufeinander. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutschlands Damen spielen erneut um den EM-Titel

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Die erst 18 Jahre alte Ann-Kathrin Spöri sorgte für den 2:1-Zwischenstand aus Sicht des DBV.. Foto: Claudia Paul
Die Spielerinnen des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) haben zum zweiten Mal in Folge bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (2020 vom 11. bis zum 16. Februar in Liévin/Frankreich) das Finale erreicht. Die amtierenden Vizeeuropameisterinnen gewannen am Samstag (15. Februar) als Nummer vier der Setzliste ihre Halbfinalpartie gegen Schottland mit 3:1.
„Das war erneut eine Top-Vorstellung! Unsere Spielerinnen waren taktisch sehr gut eingestellt – großes Lob an das Trainerteam“, sagte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz.
Im Finale am Sonntag (16. Februar, 10.00 Uhr) trifft Deutschland auf das an Position eins notierte Team aus Dänemark, das seine Vorschlussrundenbegegnung mit EM-Gastgeber Frankreich (Setzplatz 3) ebenfalls mit 3:1 für sich entschied. Damit kommt es in der Arena Stade Couvert de Liévin zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2018: Im russischen Kasan gelang den Nordeuropäerinnen seinerzeit ein 3:1-Sieg über Deutschland.
Bei den diesjährigen Titelkämpfen musste sich zu Beginn der Halbfinalbegegnung mit Schottland die zweimalige Deutsche Meisterin Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) im 1. Dameneinzel der 26jährigen Kirsty Gilmour mit 21:19, 19:21, 15:21 geschlagen geben. „Im zweiten Satz habe ich 8:4 geführt, dann ist sie zurückgekommen und ich bin weggebrochen. Das ist bitter. Das wäre ein wichtiger Punkt gewesen. Es tut mir leid für das Team, dass ich das Spiel nicht geholt habe. Ich ärgere mich gerade so arg“, sagte die 21 Jahre alte Weltranglisten-42. aus Deutschland unmittelbar nach dem ersten Aufeinandertreffen in ihrer Karriere mit Kirsty Gilmour (Weltranglistenplatz 30) im Rahmen eines Turniers.
Im anschließenden 2. Dameneinzel ließ die amtierende Deutsche Vizemeisterin Fabienne Deprez (Club de Badminton d’Aulnay-sous-Bois/Frankreich) Rachel Sugden, die in der 1. Badminton-Bundesliga für den 1. BV Mülheim aufschlägt, keine Chance: Die 28-Jährige (Weltranglistenplatz 64) besiegte in ihrem 50. Länderspiel im Erwachsenenbereich ihre zehn Jahre jüngere Kontrahentin (Weltranglistenplatz 379) mit 21:13, 21:8 und glich damit in der Partie zwischen Deutschland und Schottland zum 1:1-Zwischenstand aus. „Die Mädels hinter dem Feld geben alles, das hat mich zusätzlich beflügelt“, dankte Fabienne Deprez ihren Teamkolleginnen für deren Unterstützung. Auch Fabienne Deprez und Rachel Sugden standen sich anlässlich der Titelkämpfe in Liévin erstmalig in einem Wettkampf gegenüber.
„Ich bin super-happy, dass ich dem Team helfen konnte“, so Ann-Kathrin Spöri, nachdem sie die deutsche Mannschaft durch einen 19:21, 21:17, 21:9-Erfolg im nachfolgenden 3. Dameneinzel über Julie MacPherson mit 2:1 erstmalig in Führung gebracht hatte. „Ich wusste, ich kann es machen, es wird aber nicht leicht. Am Anfang war ich ein bisschen nervös. Ich wollte zu viel – zu viel zeigen: Ich kann das. Nachher wurde ich ruhiger“, erläuterte die 18-Jährige (Weltranglistenplatz 370), die 2020 zum ersten Mal bei einer Europameisterschaft im Erwachsenenbereich aufschlägt. Die Teilnehmerin an den Olympischen Jugendspielen 2018 bestritt anlässlich der European Men’s & Women’s Team Championships in Liévin zum ersten Mal ein Wettkampfmatch gegen die 22 Jahre alte Schottin, die aktuell nicht in der Weltrangliste geführt wird.
Den Einzug ins Endspiel machten im anschließenden 1. Damendoppel die Routiniers Linda Efler/Isabel Herttrich (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) perfekt: Die Weltranglisten-33. des DBV setzten sich mit 21:19, 21:14 gegen Eleanor O’Donnell/Ciara Torrance (Weltranglistenplatz 161) durch. Auch dieses Aufeinandertreffen bedeutete eine Premiere bei einem Turnier. Ciara Torrance ist in der 1. Badminton-Bundesliga die Mannschaftskollegin von Linda Efler – und entsprechend auch von Yvonne Li – beim SC Union Lüdinghausen.
Alle Ergebnisse der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften sind auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de, auf der Veranstaltungswebseite unter https://www.badminton2020.com/uk/home sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2020 European Men’s & Women’s Team Championships“) erhältlich. Im Internet unter www.badmintoneurope.tv werden derweil Livestreams gezeigt. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutschland steht im EM-Finale

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Yvonne Li revanchierte sich bei ihrer Gegnerin für die Niederlage, die sie zwei Tage zuvor gegen die Russin erlitten hatte. Foto: Claudia Pauli
Revanche geglückt, Finale erreicht, EM-Silber sicher: Zwei Tage nach ihrer 0:5-Niederlage gegen Russland in der Vorrunde der Mixed-Team-EM 2019 in Kopenhagen/Dänemark (13. bis 17. Februar) bezwang die deutsche Badminton-Nationalmannschaft die Osteuropäer am Samstag im Halbfinale (16. Februar) mit 3:1. In der K.-o.-Runde wird jede Partie beendet, sobald eine Mannschaft drei Matches gewonnen hat.
„Wir haben aus dem ersten Spiel gegen Russland gelernt. Die Spieler haben dies super umgesetzt, wir sind super stolz“, meinte Detlef Poste, der Chef-Bundestrainer des Deutschen BadmintonVerbandes (DBV). DBV-Sportdirektor Martin Kranitz ergänzte: „Ich glaube, besser kann man eine Revanche nicht spielen, als wir es heute gemacht haben. In allen vier Spielen waren unsere Leute auf einem guten Level. Sie waren top vorbereitet und haben alles top durchgezogen, auch im Herreneinzel.“ Im Finale am Sonntag (17. Februar, 14.00 Uhr) trifft Deutschland auf den Gewinner der Vorschlussrundenpartie zwischen Titelverteidiger und EM-Gastgeber Dänemark und den Niederlanden.
Für einen optimalen Start in die Begegnung mit Russland sorgten Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim): Die Weltranglisten-18. im Mixed verbuchten gegenüber der normalweise nicht zusammenspielenden Paarung Vladimir Ivanov/Ekaterina Bolotova einen klaren 22:20, 21:10-Erfolg. „Wir waren taktisch ganz gut aufgestellt. Da Deutschland hier ja schon mal gegen sie gespielt hat, wussten wir, was kommt. Wir haben unsere Taktik gut durchgezogen, es hat viel geklappt und wir sind sehr zufrieden. Natürlich sind wir froh, dass wir den Auftaktsieg holen konnten. Der Start ist immer wichtig. Hier ist heute in jedem Spiel was drin“, meinte Isabel Herttrich.
Anschließend musste sich Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 104) nach einer Spielzeit von 66 Minuten dem in der Weltrangliste 43 Plätze vor ihm geführten Vladimir Malkov (Weltranglistenplatz 61) knapp mit 13:21, 21:14, 16:21 geschlagen geben. Der Russe konnte seinen dritten Matchball verwandeln und so den 1:1-Zwischenstand herstellen. „Das war eine starke Leistung von Kai, aber Respekt vor Vladimir Malkov! Ab der Mitte des dritten Satzes hat er nochmal den Druck erhöht“, so Chef-Bundestrainer Detlef Poste.
Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) brachte den amtierenden EM-Dritten Deutschland im nachfolgenden Dameneinzel erneut in Führung: Mit 17:21, 21:16, 21:17 bezwang die 20 Jahre alte Deutsche Meisterin die aktuelle Vizeeuropameisterin Evgeniya Kosetskaya, der sie zwei Tage vorher – in der Gruppenphase – noch in zwei Sätzen unterlegen war. „Es ist natürlich schwierig, wenn man vorgestern gegen sie verloren hat – und das glatt in zwei Sätzen. Heute war es fast ähnlich wie im ersten Spiel gegen sie, fast noch schlimmer. Aber irgendwie habe ich das Spiel gedreht … Einige gute Punkte, einige Fehler von ihr, so habe ich ihr den zweiten Satz ‚geklaut‘“, sagte Yvonne Li nach ihrem Sieg strahlend. Die Studentin fügte hinzu: „Das Team ist unglaublich. Es hat mich immer weiter angefeuert, auch wenn ich 11:16 zurücklag. Es ist cool, dass ich etwas zurückgeben und das Spiel gewinnen konnte.“
Den dritten Punkt, gleichbedeutend mit dem Gesamtsieg, steuerten Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) bei: Als Nummer 29 der Weltrangliste im Herrendoppel behielten sie gegenüber den Weltranglisten-22. Vladimir Ivanov/Ivan Sozonov mit 21:14, 21:19 die Oberhand. Damit nahmen auch sie Revanche: In der Vorrunde mussten sich die DBV-Asse den Osteuropäern noch hauchdünn mit 13:21, 21:13, 25:27 geschlagen geben. Nachdem Mark Lamsfuß und Marvin Seidel ihren ersten Matchball genutzt hatten, stürmten ihre Teamkolleginnen und -kollegen jubelnd auf das Spielfeld, umarmten einander und feierten den Einzug ins Endspiel.
Alle Ergebnisse der Endrunde um die Mixed-Team-EM 2019 finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2019 European Mixed Team Championships“).
Zudem sind im Internet bewegte Bilder aus Kopenhagen zu sehen. Die entsprechenden Livestreams finden sich unter https://www.laola1.tv/badmintoneurope.
Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich holen erste EM-Medaille seit 1998

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Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich dürfen sich über ihre erste Medaille bei einer Individual-EM freuen. Foto: Claudia Pauli.

Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) haben bei den Individual-Europameisterschaften 2018 (24. bis 29. April in Huelva/Spanien) die Bronzemedaille gewonnen und damit ihren bislang größten Erfolg verzeichnet.

Die an Nummer fünf gesetzten Weltranglisten-19. im Mixed mussten sich erst im Halbfinale (Samstag, 28. April) den topgesetzten Titelverteidigern Chris und Gabrielle Adcock geschlagen geben – und dies auch nur hauchdünn. Die Partie hätte sich kaum dramatischer gestalten können: Die 24 und 26 Jahre alten Tokio 2020-Kandidaten des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) verloren den ersten Satz mit 17:21, entschieden den zweiten jedoch mit 21:15 für sich, sodass das Duell mit den Siegern der Commonwealth Games 2018 wieder offen war. Nach einer Spielzeit von 63 Minuten hatte schließlich das Ehepaar Adcock Grund zum Jubeln: Es gewann den entscheidenden Durchgang – trotz eines zwischenzeitlich großen Rückstandes – mit 25:23.

„Wir haben die Punkte zu schnell gewollt, haben im dritten Satz bei Führung nicht die Geduld gehabt“, sagte Isabel Herttrich nach dem hochklassigen Spiel, in welchem die Deutschen einmal mehr unter Beweis stellten, über welches Potenzial sie verfügen.

Die Begegnung mit den Weltranglistenneunten aus England bedeutete für Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich eine Premiere im Rahmen eines internationalen Turniers.

Im Gemischten Doppel war zuletzt vor 20 Jahren eine EM-Medaille an Deutschland gegangen: 1998 in Sofia/Bulgarien holte Michael Keck an der Seite der Niederländerin Erica van den Heuvel Silber.

Alle Ergebnisse der Individual-EM 2018 finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Championships“).

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich haben eine EM-Medaille sicher

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Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich dürfen sich über ihre erste Medaille bei einer Individual-EM freuen. Foto: Claudia Pauli.

Um 22.30 Uhr am Freitagabend (27. April) fielen sich Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) im „PALACIO DE DEPORTES Carolina Marin“ in Huelva/Spanien überglücklich in die Arme: Mit 19:21, 21:10, 21:16 hatten die an Nummer fünf gesetzten Weltranglisten-19. soeben bei den Individual-Europameisterschaften 2018 (24. bis 29. April) ihr Viertelfinalmatch gegen die an Position vier notierten Niederländer Jacco Arends/Selena Piek (Weltranglistenplatz 18) für sich entschieden und durften sich damit über ihre erste Medaille bei Titelkämpfen dieser Art freuen. Da der dritte Platz bei der EM nicht ausgespielt wird, ist den Tokio 2020-Kandidaten des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) im Mixed Bronze garantiert.

„Geil“, so die erste Reaktion von Isabel Herttrich auf den Erfolg im letzten Spiel des vierten Veranstaltungstages. „Das war ein enges Ding, auf Augenhöhe“, fügte die 26-Jährige hinzu. Mark Lamsfuß meinte: „Es war viel schwieriger als beim letzten Mal. Sie waren darauf eingestellt, was wir beim letzten Mal für eine Taktik hatten. Daraufhin mussten wir ein bisschen umstellen. Isabel hat zum Schluss das Ding geregelt. Ich war zum Schluss nicht auf meinem Top-Level.“ Im Februar in der Schweiz – zugleich das zuvor einzige Aufeinandertreffen – konnten die Deutschen in zwei Sätzen gegen Jacco Arends/Selena Piek gewinnen.

Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich standen in diesem Jahr zum ersten Mal in ihrer Karriere bei einer Individual-EM in der Runde der besten acht Paarungen. Im Spiel um den Einzug ins Finale treffen sie am Samstag (28. April) auf die topgesetzten Titelverteidiger Chris und Gabrielle Adcock. Die Begegnung mit den Weltranglistenneunten aus England bedeutet eine Premiere im Rahmen eines internationalen Turniers.

Dass bei einer Individual-EM im Gemischten Doppel eine Medaille an Deutschland ging, ist bereits 20 Jahre her: Zuletzt holte Michael Keck 1998 in Sofia/Bulgarien an der Seite der Niederländerin Erica van den Heuvel Silber.

„Aus meiner Sicht kann man schon jetzt ein positives Fazit ziehen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist bei den jungen Athleten eine enorme Verbesserung erkennbar“, sagte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz. In der „Nationenwertung“ lag Deutschland in Huelva in Bezug auf die Viertelfinalteilnahmen mit fünf Beteiligungen gemeinsam mit den Niederlanden auf Rang drei hinter Dänemark (zwölf) und England (sieben). Insgesamt waren neun Nationen in der Runde der besten Acht vertreten.

Die weiteren DBV-Asse, die im Viertelfinale standen, konnten allerdings ihre Chance auf einen Medaillengewinn nicht nutzen und schieden nach Niederlagen aus. „Bei dem einen oder anderen Spiel lag es an Kleinigkeiten“, so DBV-Sportdirektor Martin Kranitz.

Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen) hatten in ihrem – ebenfalls ersten – EM-Viertelfinalmatch den Gewinn des ersten Satzes sozusagen schon auf dem Schläger, mussten den Durchgang schließlich aber noch mit 24:22 ihren Kontrahenten Marcus Ellis/Lauren Smith überlassen. Den zweiten Satz dominierten die Weltranglisten-26. aus England von Beginn an, sodass sie nach einer Spielzeit von 38 Minuten den Einzug ins Halbfinale und den damit verbundenen Medaillengewinn bejubeln durften (24:22, 21:13). „Im ersten Satz haben wir es gut gemacht. Das war ein ‚50:50-Ding‘. Am Ende haben wir evtl. ein bisschen zu hart gespielt. Ein paar Varianten mehr wären evtl. besser gewesen. Im zweiten Satz merkte man einfach, dass sie die besseren Spieler sind. Wenn man dreimal hintereinander in zwei Sätzen gegen ein Paar verliert, scheint dieses ein paar Qualitäten zu haben, die wir noch nicht haben“, meinte Marvin Seidel selbstkritisch. Die bei der EM an Position sieben notierten Deutschen (Weltranglistenplatz 23) unterlagen Marcus Ellis/Lauren Smith bereits im Februar in der Schweiz und im März im Rahmen der YONEX German Open in Mülheim an der Ruhr in zwei Durchgängen.

Das Herrendoppel Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken- Bischmisheim; Weltranglistenplatz 32) war in die Begegnung mit den an Nummer zwei gesetzten Weltranglistensechsten Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Kolding aus Dänemark ebenfalls furios gestartet: Mit 21:13 entschieden die an Position acht notierten DBV-Asse den ersten Satz für sich, sie mussten sich den Europameistern von 2016 und amtierenden Vizeeuropameistern letztlich aber mit 21:13, 15:21, 18:21 geschlagen geben. „Sie haben irgendwann damit angefangen, einen sehr flachen Aufschlag reinzuspielen. So spielt man eigentlich nicht. Wenn einer das braucht, ist es eigentlich ein Zeichen dafür, dass wir besser waren“, sagte Mark Lamsfuß unmittelbar nach der Partie. Marvin Seidel blickte trotz der soeben erfahrenen Enttäuschung optimistisch nach vorn: „Wir starten durch dieses Jahr, wenn wir so weiterspielen!“

Ihr bis dato einziges Match gegen Mark Lamsfuß/Marvin Seidel hatten Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Kolding exakt ein Jahr zuvor bestritten: Am 27. April 2017 – im Achtelfinale der Individual- Europameisterschaften im dänischen Kolding – gewannen sie gegen die Deutschen in zwei Sätzen. Auch Mark Lamsfuß/Marvin Seidel schafften es 2018 zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Art in die Runde der besten acht Duos. DBV-Sportdirektor Martin Kranitz meinte zu ihrer Viertelfinalpartie: „Mark und Marvin haben ein sehr hochklassiges Spiel gezeigt. Im Spiel waren sie eigentlich besser als die Dänen. Entscheidend waren aus meiner Sicht zwei Dinge: im zweiten Satz die sehr flachen Aufschläge der Dänen, die vom Aufschlagrichter akzeptiert wurden, und im dritten Satz die etwas zu hohe Fehlerquote von Mark und Marvin.“

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Josche Zurwonne (l.) und Jones Jansen erreichten 2018 zum zweiten Mal in Folge das EM-Viertelfinale. Foto: Claudia Pauli.

Die Deutschen Meister in dieser Disziplin, Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen), hatten in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2017 die Chance, das EM- Halbfinale zu erreichen und sich somit Edelmetall zu sichern. Doch erneut war ihnen dies nicht vergönnt: Die Weltranglisten-27. verloren als Nummer sieben der Setzliste ihr Viertelfinalmatch gegen Robin Tabeling/Jelle Maas (Weltranglistenplatz 38) mit 19:21, 13:21. „Bei so einer Auslosung die Medaille nicht nach Hause zu bringen, ist eine Riesen-Enttäuschung“, so Josche Zurwonne. Der 29-Jährige gratulierte zugleich der Konkurrenz: „Die Niederländer haben sehr gut gespielt.“ Im direkten Vergleich glichen Robin Tabeling/Jelle Maas damit zum 1:1 aus.

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Im Dameneinzel musste Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 83) – trotz einer starken kämpferischen Leistung – am vierten Veranstaltungstag eine 26:28, 12:21-Niederlage gegen die an Position drei notierte Dänin Mia Blichfeldt (Weltranglistenplatz 20) hinnehmen. „Sie hat ein hohes Tempo gespielt und wenige Fehler gemacht, sodass ich lange für den Punkt arbeiten musste. Ich glaube, am Ende hat das es ausgemacht. Besonders im zweiten Satz habe ich zu viele Fehler gemacht“, analysierte die 19-Jährige nach dem ersten EM-Viertelfinale in ihrer Karriere. Die Deutsche Vizemeisterin ärgerte sich nicht zuletzt auch über die vergebenen Satzbälle im ersten Durchgang: „Im ersten Satz war ich kurz davor, den Satz zu gewinnen. Am Ende habe ich zwei einfache Fehler gemacht – da habe ich zu schnell Punkte machen wollen.“ Mia Blichfeldt verzeichnete somit im insgesamt vierten Aufeinandertreffen mit Yvonne Li den dritten Sieg.

Ergebnisse und Livestreams

Ergänzende Informationen zur Individual-EM 2018 sind auf der Homepage des europäischen Badminton-Verbandes Badminton Europe Confederation unter www.badmintoneurope.com (Rubrik „Championships“) erhältlich. Alle Ergebnisse finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Championships“).

Das internationale Sport-TV im Internet, LAOLA1.tv, überträgt alle Spiele auf Court 1 live und kostenlos unter www.laola1.tv/badmintoneurope. Livestreams weiterer Begegnungen können gegen Gebühr abgerufen werden.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Fünfmal geht es um eine Medaille bei der Individual-EM in Huelva/Spanien

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Linda Efler und Marvin Seidel stehen zum ersten Mal bei einer Individual-EM in Viertelfinale. Foto: Claudia Pauli.

Zwei Gemischte Doppel, zwei Herrendoppel und die erst 19 Jahre alte Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) im Dameneinzel haben bei den Individual-Europameisterschaften 2018 (24. bis 29. April in Huelva/Spanien) die Chance auf den Gewinn einer Medaille gewahrt.

Neben der Deutschen Vizemeisterin entschieden am Donnerstag (26. April) sowohl Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) und Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen) als auch Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen) und Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) ihre jeweilige Achtelfinalpartie für sich und stehen damit im EM-Viertelfinale. Dabei gelang den meisten Athleten des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) dies zum ersten Mal in ihrer Karriere. Wer ins Halbfinale einzieht, hat Edelmetall sicher, da bei den Titelkämpfen der dritte Platz nicht ausgespielt wird.

Ausgeschieden sind hingegen am Tag der Achtelfinalspiele die Deutsche Meisterin im Dameneinzel, Luise Heim (1. BC Beuel), die ihr Match aufgrund von Kreislaufproblemen vorzeitig beenden musste, und das Damendoppel Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim).

Mixed

Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 19) schafften es, sich mit einem 21:9, 23:21-Erfolg über Niclas Nohr/Sara Thygesen (Weltranglistenplatz 31) für die Niederlage zu revanchieren, die sie gegen die Dänen bei den Bitburger Badminton Open 2017 im November in Saarbrücken erlitten hatten. „Wir sind von unseren Trainern taktisch gut eingestellt worden und haben unseren Plan vom Anfang bis zum Ende verfolgt“, so die DBV-Asse. Sie ergänzten: „Wir wussten, dass sie in guter Form sind, und hatten entsprechend Respekt vor ihnen. Evtl. hatten sie durch ihre guten Ergebnisse in den vergangenen Wochen mehr Druck. Wir hingegen haben uns keinen großen Druck gemacht.“ Niclas Nohr/Sara Thygesen überzeugten jüngst u. a. bei den YONEX German Open 2018 im März in Mülheim an der Ruhr, bei denen sie letztlich Rang zwei belegten.

Im Viertelfinale treffen Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich auf die an Position vier notierten Niederländer Jacco Arends/Selena Piek (Weltranglistenplatz 18). „Wir stehen zum ersten Mal bei einer EM im Viertelfinale. Das fühlt sich gut an! Wir werden morgen erneut unser Bestes geben“, sagte der 24 Jahre alte Mark Lamsfuß. Im Februar in der Schweiz – zugleich das bislang einzige Aufeinandertreffen – konnten die Deutschen deutlich gegen Jacco Arends/Selena Piek gewinnen.

Auch Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen) erreichten zum ersten Mal in ihrer Karriere bei Individual-Europameisterschaften die Runde der besten acht Paarungen. Das an Position sieben notierte Duo (Weltranglistenplatz 23) lieferte sich eine mitunter extrem enge Achtelfinalbegegnung mit Anton Kaisti/Jenny Nystrom (Weltranglistenplatz 62), an deren Ende die Deutschen einen 21:12, 18:21, 21:19-Sieg bejubeln durften. „Im ersten Satz lief alles so, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir konnten alles umsetzen und haben uns gut gefühlt. Im weiteren Verlauf haben sie uns phasenweise komplett ausgekontert. Das hat uns nervös gemacht. Im dritten Satz haben wir durchgängig zurückgelegen. Wir sind echt glücklich, dass wir gewonnen haben“, meinten die Nachwuchsspieler des DBV erleichtert.

Nächste Gegner von Marvin Seidel/Linda Efler sind die an Nummer drei gesetzten Engländer Marcus Ellis/Lauren Smith. Die Deutschen streben im insgesamt dritten Vergleich mit den aktuellen Weltranglisten-26. den ersten Sieg an. Im Februar in der Schweiz und im März im Rahmen der YONEX German Open verzeichneten Marcus Ellis/Lauren Smith Zwei-Satz-Erfolge über Marvin Seidel/Linda Efler.

Herrendoppel

Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 27) bezwangen in der Runde der besten 16 Herrendoppel die Russen Evgenij Dremin/Denis Grachev (Weltranglistenplatz 62) mit 17:21, 24:22, 22:20 und zogen damit zum zweiten Mal nach 2017 bei der Individual-EM ins Viertelfinale ein. Als Nummer sieben der Setzliste spielen die Deutschen Meister gegen Robin Tabeling/Jelle Maas (Weltranglistenplatz 38) um eine Medaille. „Wir müssen morgen noch ein bisschen konzentrierter und ein bisschen mutiger sein“, blickte Josche Zurwonne voraus. Im direkten Vergleich steht es 1:0 für die DBV-Asse. Das bislang einzige Aufeinandertreffen mit den Niederländern liegt rund anderthalb Jahre zurück.

Während Jones Jansen/Josche Zurwonne im EM-Achtelfinale 61 Minuten benötigten, ehe ihr Sieg feststand, waren Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) am dritten Veranstaltungstag gerade einmal 29 Minuten im „PALACIO DE DEPORTES Carolina Marin“ in Huelva aktiv. Die an Position acht notierten Weltranglisten-32. behielten gegenüber den Franzosen Thom Gicquel/Ronan Labar (Weltranglistenplatz 124) mit 21:16, 21:8 die Oberhand. „Das Spiel war von vorne bis hinten sehr gut. Wir haben taktisch gut gespielt etc.“, zog Mark Lamsfuß ein Fazit in Bezug auf das erste Duell mit Thom Gicquel/Ronan Labar anlässlich eines Wettkampfes. „Dass wir beide in beiden Disziplinen im Viertelfinale stehen, ist super – und so, wie erhofft“, fügte Marvin Seidel hinzu.

Das Duo muss sich nun mit Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Kolding auseinandersetzen. Die dänischen Weltranglistensechsten und Europameister von 2016 bestritten ihr bis dato einziges Match gegen Mark Lamsfuß/Marvin Seidel exakt ein Jahr zuvor: Am 27. April 2017 – im Achtelfinale der Individual-Europameisterschaften im dänischen Kolding – gewannen sie gegen die Deutschen in zwei Sätzen. Mark Lamsfuß/Marvin Seidel schafften es 2018 zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Art in die Runde der besten acht Herrenduos.

Dameneinzel

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Die 19 Jahre alte Yvonne Li zog „im Schnelldurchgang” ins Viertelfinale ein. Foto: Claudia Pauli.

Eine bemerkenswerte Vorstellung bot am Donnerstag aus Sicht des DBV auch Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 83). Nach einer Spielzeit von 23 Minuten stand der 21:6, 21:7-Sieg der 19-Jährigen gegen die an Nummer acht gesetzte Türkin Neslihan Yigit (Weltranglistenplatz 40) fest. Im Dezember 2017 in Italien musste sie sich der 24- Jährigen noch in zwei Sätzen geschlagen geben. „Wichtig war, dass meine Abwehr stand, denn sie hat einen guten Angriff. Nachdem ich gemerkt habe, dass sie keinen so guten Tag erwischt hat, ich hingegen einen sehr guten, habe ich versucht, konzentriert zu bleiben“, analysierte Yvonne Li. Die Studentin zog damit erstmalig bei einer Individual- EM im Viertelfinale ein. Im Spiel um Edelmetall trifft die Deutsche Vizemeisterin auf die an Position drei notierte Dänin Mia Blichfeldt (Weltranglistenplatz 20), gegen die sie seit 2014 dreimal im Rahmen eines internationalen Turniers aufschlug. Dabei gelang Yvonne Li ein Sieg.

Unglücklich verlief der dritte EM-Veranstaltungstag hingegen für Luise Heim (1. BC Beuel; Weltranglistenplatz 56). Die 22 Jahre alte Deutsche Meisterin musste aufgrund von Kreislaufproblemen, die mit ihrer Erkältung in Zusammenhang stehen, beim Stand von 21:19, 15:21 aus ihrer Sicht gegen die Engländerin Chloe Birch (Weltranglistenplatz 65) aufgeben. „Es ist natürlich schade aufgeben zu müssen, wenn man eine so gute Chance hat, ins Viertelfinale zu kommen. Luise hatte eine gute Form und hat gezeigt, dass sie auf einem wirklich guten Weg nach vorne ist. Bei den nächsten Turnieren hat sie die nächste Chance, das zu zeigen. Unsere medizinische Abteilung hat alles probiert, aber es hat leider nicht gereicht“, so DBV-Sportdirektor Martin Kranitz.

Damendoppel

Ausgeschieden ist im Achtelfinale auch das Damendoppel Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim). Beim 16:21, 20:22 gegen die an Nummer fünf gesetzten Niederländerinnen Selena Piek/Cheryl Seinen (Weltranglistenplatz 30) boten die Weltranglisten-41. des DBV allerdings eine starke Leistung. „Wir sind eigentlich sehr zufrieden, da die EM Laras Comeback-Turnier nach neunwöchiger Verletzungspause war. Wir sind froh, dass wir überhaupt starten konnten“, meinte daher auch Johanna Goliszewski. Die 31-Jährige ergänzte: „Wir haben gemerkt, dass es auch möglich ist, das Spiel zu gewinnen. Dann haben sich aber noch Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. Gegen solch eine Paarung wird das bestraft. Wenn diese leichten Fehler mit der Routine wegfallen, sieht das wieder ganz anders aus.“ Lara Käpplein sagte: „Wir haben nie aufgehört, daran zu glauben, dass wir es schaffen können. Es hat Mega-Spaß gemacht, um jeden Punkt zu kämpfen. Mit so einer Leistung können wir nach der langen Pause zufrieden sein.“ Johanna Goliszewski/Lara Käpplein standen in Huelva zum ersten Mal bei einem internationalen Turnier Selena Piek/Cheryl Seinen gegenüber.

Ergebnisse und Livestreams

Ergänzende Informationen zur Individual-EM 2018 sind auf der Homepage des europäischen Badminton-Verbandes Badminton Europe Confederation unter www.badmintoneurope.com (Rubrik „Championships“) erhältlich. Alle Ergebnisse finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Championships“).

Das internationale Sport-TV im Internet, LAOLA1.tv, überträgt alle Spiele auf Court 1 live und kostenlos unter www.laola1.tv/badmintoneurope. Livestreams weiterer Begegnungen können gegen Gebühr abgerufen werden.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Sieben EM-Achtelfinalpartien mit deutscher Beteiligung in Huelva/Spanien

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Mark Lamsfuß (vorne) und Marvin Seidel verzeichneten einen souveränen Auftaktsieg.
Foto: Claudia Pauli.

Bei den Individual-Europameisterschaften 2018 (24. bis 29. April in Huelva/Spanien) werden sieben Achtelfinalpartien mit deutscher Beteiligung ausgetragen.

Am Mittwoch (25. April) gewannen sowohl Luise Heim (1. BC Beuel) und Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) im Dameneinzel als auch die Herrendoppel Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen) und Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) sowie das Damendoppel Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim) ihre Matches und erreichten damit die Runde der besten 16. Die beiden Gemischten Doppel Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) und Marvin Seidel/Linda Efler (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/SC Union Lüdinghausen) hatten sich bereits tags zuvor die Teilnahme am Achtelfinale gesichert.

Dameneinzel

Luise Heim (1. BC Beuel; Weltranglistenplatz 56) dominierte ihre Zweitrundenpartie gegen Rachael Darragh (Weltranglistenplatz 188) durchweg und freute sich nach einer Spielzeit von 31 Minuten somit über den dritten Sieg im dritten Aufeinandertreffen mit der Irin (21:9, 21:10). „Dass ich gestern Morgen noch nicht wusste, ob ich überhaupt spielen kann, und jetzt im Achtelfinale stehe, ist unglaublich. Bevor ich ins Turnier gestartet bin, habe ich gedacht, die erste Runde wird schwer – weiter habe ich nicht gedacht. Jetzt funktioniert es von Spiel zu Spiel besser. Auch gesundheitlich geht es mir schon besser als gestern. Ich bin zuversichtlich, dass es mir morgen nochmal besser geht“, so Luise Heim. Nächste Gegnerin der 22 Jahre alten Deutschen Meisterin ist die Engländerin Chloe Birch. Im direkten Vergleich steht es 1:1, wobei Luise Heim die jüngste Begegnung mit der aktuellen Weltranglisten-66. für sich entschied: Bei den YONEX German Open 2018 – ausgetragen im März in Mülheim an der Ruhr – verzeichnete die Studentin einen Zwei-Satz-Erfolg.

Die Deutsche Vizemeisterin Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 84) benötigte sogar nur 24 Minuten, um Getter Saar aus Estland (Weltranglistenplatz 119) aus dem Turnier zu werfen (21:9, 21:9) und ins Achtelfinale einzuziehen. „Ich habe in der Bundesliga schon zweimal gegen sie gespielt. Auch da lief es immer gut für mich. Jetzt habe ich erst einmal die Pflicht erfüllt. Morgen geht es darum, die Top-Leistung abzurufen“, sagte die 19-Jährige. In der Runde der besten 16 Damen trifft Yvonne Li auf die an Nummer acht gesetzte Türkin Neslihan Yigit (Weltranglistenplatz 39), die in der zweiten Runde mit 21:14, 21:15 gegen Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich; Weltranglistenplatz 76) gewann. Die DM-Dritte verpasste es damit, Revanche für die Niederlage zu nehmen, die sie gegen Neslihan Yigit bei den YONEX German Open 2018 erlitten hatte. „Sie ist einfach riesig. Das ist sehr ungewohnt für uns Mädels. Ich habe ein bisschen zu viel in ihre Reichweite gespielt“, zog Fabienne Deprez ein Fazit in Bezug auf das EM-Match. Die 26-Jährige fügte hinzu: „Es war eigentlich ein gutes Spiel. Umso bitterer, wenn man am Ende doch recht klar verliert. Ich habe alles probiert, alles gegeben, deshalb kann ich mir nichts vorwerfen.“ Yvonne Li bestritt bis dato ein Match gegen die Türkin: Im Dezember 2017 in Italien musste sie sich der 24-Jährigen in zwei Sätzen geschlagen geben.

Herreneinzel

Im Herreneinzel werden die Titelkämpfe ohne deutsche Beteiligung fortgesetzt: Einen Tag, nachdem Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 92) sein Auftaktmatch verlor, unterlag Alexander Roovers (1. BV Mülheim; Weltranglistenplatz 93) in Runde zwei dem an Nummer fünf gesetzten Dänen Rasmus Gemke (Weltranglistenplatz 36) mit 9:21, 15:21. „Ich finde schon, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe, aber es reicht halt nicht“, meinte der 31 Jahre alte Individual-EM- Debütant selbstkritisch. Der amtierende Europäische Hochschulmeister ergänzte: „Hinten raus merkt man, dass er schon mehr Spiele auf dem Niveau gemacht hat.“

Herrendoppel

Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 32) waren mit ihrem Start ins Turnier rundum zufrieden: „Das war ein gutes Spiel. Das Ergebnis passt, die Leistung war in Ordnung – so kann es morgen weitergehen“, meinte Josche Zurwonne nach dem 21:10, 21:11 gegen Milan Dratva/Matej Hlinican (Weltranglistenplatz 146). Die Deutschen Meister hatten bereits den vorangegangenen – und zugleich einzigen – Vergleich mit den Slowaken, ausgetragen im Mai 2017 in Thailand, deutlich für sich entschieden. Im Achtelfinale sind – erstmalig in einem Wettkampf – Evgenij Dremin/Denis Grachev aus Russland (Weltranglistenplatz 62) die Gegner der Deutschen.

Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 31) hatten in Runde eins genauso wenig Schwierigkeiten, ihre Begegnung – mit den Lokalmatadoren Javier Suarez/Alberto Zapico (Spanien; Weltranglistenplatz 353) – zu gewinnen. In ihrem ersten Vergleich mit den Spaniern setzten sich die an Position acht notierten DBV-Asse mit 21:9, 21:11 durch. „Es ist gut, wenn man bei Turnieren wie der EM nicht direkt auf 100% seines Niveaus spielen muss, sondern im ersten Spiel Dinge ausprobieren – auch für das nächste Match – und sich ein gutes Gefühl für die Halle holen kann“, resümierte Mark Lamsfuß. Die Nachwuchsasse stehen im Achtelfinale Thom Gicquel/Ronan Labar (Weltranglistenplatz 128) gegenüber, die zu Turnierbeginn Daniel Benz/Andreas Heinz (Weltranglistenplatz 69) bezwungen hatten.

Die Bundesligaspieler des SV Fun-Ball Dortelweil, die – wie Alexander Roovers – in diesem Jahr zum ersten Mal bei Individual-Europameisterschaften aufschlugen, boten in Runde eins ihren französischen Kontrahenten zwar hervorragend Paroli. Letztlich behielten jedoch Thom Gicquel/Ronan Labar die Oberhand (19:21, 18:21). „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir so würden mithalten können. Wenn es ein bisschen anders gelaufen wäre, hätten wir sogar gewinnen können. Ich bin sehr zufrieden. Wir haben uns riesig gefreut, dass wir hier überhaupt spielen können“, resümierte Andreas Heinz. Daniel Benz meinte: „Das war eine Riesen-Erfahrung, die wir nicht missen wollen!“ Das Duo maß sich in Huelva erstmalig anlässlich eines Turniers mit den Franzosen. Diese sind auch erstmalig Gegner von Mark Lamsfuß/Marvin Seidel.

Damendoppel

Für Isabel Herttrich/Carla Nelte (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Refrath; Weltranglistenplatz 36) ist die EM nach einer Partie beendet. Die Deutschen Meisterinnen verloren als Nummer sieben der Setzliste ihre Erstrundenbegegnung mit den Niederländerinnen Debora Jille/Imke Van Der Aar (Weltranglistenplatz 82) mit 13:21, 15:21. „Die Niederländerinnen haben sehr gut gespielt. Es war unglaublich schwer, Punkte zu machen. Sie standen sehr gut in der Defensive. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht. Die langen Ballwechsel waren insgesamt besser – da haben wir unser Niveau abrufen können“, analysierte Diemo Ruhnow, der Leitende Bundestrainer Doppel/Mixed im DBV, das erste Aufeinandertreffen von Isabel Herttrich/Carla Nelte und Debora Jille/Imke Van Der Aar im Rahmen eines internationalen Wettkampfes.

Ausgeschieden sind auch Linda Efler/Olga Konon (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken- Bischmisheim; Weltranglistenplatz 100). Das noch relativ neu zusammengestellte Duo, das vom europäischen Badminton-Verband Badminton Europe Confederation für die EM mit einer Wildcard bedacht worden war, unterlag der an Nummer zwei gesetzten Paarung Gabriela und Stefani Stoeva mit 16:21, 15:21. Im Februar in der Schweiz hatten die bulgarischen Schwestern Linda Efler/Olga Konon noch weitaus klarer besiegt (21:11, 21:8). Die Weltranglistenzwölften zählen zu den Top- Favoritinnen auf den Gewinn des EM-Titels.

Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (beide 1. BV Mülheim) hingegen stehen in Andalusien in der Runde der besten 16 Paarungen. Die Deutschen Vizemeisterinnen gewannen zum Auftakt gegen Alzbeta Basova/Michaela Fuchsova (Tschechische Republik; Weltranglistenplatz 89) mit 21:11, 21:14. „Das war ihr erstes Match nach Laras Verletzung bei der Team-EM in Russland. Sie haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Es ist für die beiden sehr erfreulich, dass es geklappt hat“, war Diemo Ruhnow angetan vom Auftritt der Weltranglisten-42. des DBV. Die Begegnung war zugleich die erste Partie von Johanna Goliszewski/Lara Käpplein gegen Alzbeta Basova/Michaela Fuchsova im Rahmen eines Turniers. Im Achtelfinale treffen die Deutschen im „PALACIO DE DEPORTES Carolina Marin“ auf die an Nummer fünf gesetzten Niederländerinnen Selena Piek/Cheryl Seinen (Weltranglistenplatz 30). Auch dieses Aufeinandertreffen ist eine Premiere.

Ergebnisse und Livestreams

Ergänzende Informationen zur Individual-EM 2018 sind auf der Homepage des europäischen Badminton-Verbandes Badminton Europe Confederation unter www.badmintoneurope.com (Rubrik „Championships“) erhältlich. Alle Ergebnisse finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Championships“).

Das internationale Sport-TV im Internet, LAOLA1.tv, überträgt alle Spiele auf Court 1 live und kostenlos unter www.laola1.tv/badmintoneurope. Livestreams weiterer Begegnungen können gegen Gebühr abgerufen werden.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutschlands Damen sind Vizeeuropameister in Kazan geworden

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Das deutsche Damenteam bei der Siegerehrung. V.l.: Diemo Ruhnow (Leitender Bundestrainer Doppel/Mixed im DBV), Linda Efler, Luise Heim, Carla Nelte, Lara Käpplein, Johanna Goliszewski, Olga Konon, Fabienne Deprez, Isabel Herttrich, Yvonne Li. Foto: Badminton Europe/Mark Phelan

Die deutschen Damen haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (13. bis 18. Februar in Kasan/Russland) die Silbermedaille gewonnen und folglich ihre zweitbeste Platzierung in der Geschichte von Titelkämpfen dieser Art erzielt.

Die Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) musste sich erst im Finale (Sonntag, 18. Februar) mit 1:3 Titelverteidiger Dänemark geschlagen geben. Damit revanchierten sich die Nordeuropäerinnen für die 1:3-Niederlage, die sie im EM-Endspiel 2012 in Amsterdam/Niederlande gegen Deutschland erlitten hatten.

„Das ist ein toller Erfolg für die Damen! Wir hatten eine Medaille erhofft. Dass es die silberne geworden ist, ist hervorragend“, zeigte sich DBV-Sportdirektor Martin Kranitz erfreut.

Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich; Weltranglistenplatz 52) hatte die deutsche Mannschaft im Finale durch einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg im 1. Dameneinzel über die in der Weltrangliste 21 Plätze vor ihr geführte Mia Blichfeldt (Weltranglistenplatz 31) mit 1:0 in Führung gebracht.

Im anschließenden 1. Damendoppel glichen die Weltranglistendritten Kamilla Rytter Juhl/Christinna Pedersen, ihres Zeichens die amtierenden Europameisterinnen, durch einen Sieg in zwei Sätzen gegen Isabel Herttrich/Olga Konon (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) zum 1:1 aus. Im 2. Dameneinzel musste danach Luise Heim (1. BC Beuel; Weltranglistenplatz 57) eine Drei- Satz-Niederlage gegen Line Kjærsfeldt (Weltranglistenplatz 35) hinnehmen, sodass Deutschland erstmalig im Endspiel hinten lag (1:2).

Den Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski/Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath), war es nicht vergönnt, den Rückstand wettzumachen: Im vierten Match der Begegnung, dem 2. Damendoppel, verloren sie in zwei Durchgängen gegen die dänischen EM-Dritten von 2016, Maiken Fruergaard/Sara Thygesen.

Während die deutschen Damen durch einen 3:2-Erfolg im Halbfinale über Spanien ins EM-Endspiel eingezogen waren, hatten sich die Däninnen in ihrer Vorschlussrundenpartie mit 3:1 gegen EM-Gastgeber Russland durchgesetzt.

Die deutschen Spieler durften sich in Kasan – nach ebenfalls starken Leistungen – über den Gewinn der Bronzemedaille freuen. Dank der bei der EM verzeichneten Erfolge im Herren- wie im Damenbereich qualifizierte sich der DBV bereits zum neunten Mal nacheinander mit beiden Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften. Diese wird 2018 vom 20. bis zum 27. Mai in Bangkok/Thailand ausgetragen.

Alle Ergebnisse der EMWTC 2018 sind auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Men’s & Women’s Team Championships”) erhältlich. Auf der DBV-Homepage bzw. in den sozialen Medien des DBV finden sich zudem weitere Stimmen zu den Spielen der deutschen Mannschaften bei der EM.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutschlands Damen spielen um den EM-Titel

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Carla Nelte (vorne) und Johanna Goliszewski erzielten den entscheidenden dritten Punkt für Deutschland. Foto: Claudia Pauli

Die deutschen Damen haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (13. bis 18. Februar in Kasan/Russland) das Finale erreicht und spielen damit zum insgesamt zweiten Mal in der Geschichte von Titelkämpfen dieser Art um die Goldmedaille.

In ihrer Halbfinalpartie bezwang die Auswahl des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) am Samstag (17. Februar) nach einem 0:2-Rückstand Spanien noch mit 3:2. Die deutschen Spieler kehren unterdessen nach einer 1:3-Niederlage in der Vorschlussrunde gegen Titelverteidiger und Rekord-Champion Dänemark mit Bronze aus der Hauptstadt der Republik Tatarstan zurück.

Dank der in Kasan verzeichneten Erfolge qualifizierte sich der DBV bereits zum neunten Mal nacheinander mit beiden Teams für die Weltmeisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften, die in diesem Jahr vom 20. bis zum 27. Mai in Bangkok/Thailand ausgetragen wird.

Nachdem Fabienne Deprez (Aulnay-sous-Bois/Frankreich) im 1. Dameneinzel der zweimaligen Weltmeisterin Carolina Marin unterlegen war und anschließend die Deutsche Meisterin Luise Heim (1. BC Beuel) im 2. Dameneinzel gegen Beatriz Corrales ebenfalls in zwei Durchgängen verloren hatte, hielten Isabel Herttrich/Lara Käpplein (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/1. BV Mülheim) das deutsche Team durch einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg im 1. Damendoppel über Elena Fernandez/Lorena Usle im Rennen um den Einzug ins Finale. Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) glich im nachfolgenden 3. Dameneinzel durch einen Sieg gleichsam in zwei Sätzen gegen Sara Penalver Pereira zum 2:2 aus.

Für den Gesamtsieg der DBV-Auswahl sorgten die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski/Carla Nelte (1. BV Mülheim/TV Refrath), durch einen klaren Zwei-Satz-Erfolg im abschließenden 2. Damendoppel über die Einzelspezialistinnen Beatriz Corrales/Carolina Marin.

„Das war eine klasse Aufholjagd! Der Druck, den wir durch den Rückstand hatten, war von außen nicht zu merken. Wir haben versucht, uns nicht nervös machen zu lassen. Die Performance war richtig stark“, zeigte sich Chef-Bundestrainer Detlef Poste vom Auftritt der deutschen Damen angetan.

Einmal mehr hatten die Verantwortlichen im DBV auch hinsichtlich der Aufstellung die optimale Wahl getroffen: „Wir haben erwartet, dass Spanien so aufstellt, wie es der Fall ist, und die Top- Einzelspielerinnen zusammen das 2. Damendoppel bilden würden. Entsprechend war zu erwarten, dass das 1. Damendoppel relativ leicht zu gewinnen sein wird. Daher haben wir die besonders erfahrenen Spielerinnen, die Olympiateilnehmerinnen von Rio 2016, Johanna Goliszewski und Carla Nelte, zusammen ins 2. Damendoppel ‚gesteckt‘. Wir wissen, wie schwierig es ist, wenn zwei Einzelspielerinnen das Doppel bestreiten, und hoffen, dass Erfahrung letztlich eine Rolle spielen kann“, erläuterte DBV-Sportdirektor Martin Kranitz vor Beginn der Halbfinalbegegnung mit Spanien.

Gegner der deutschen Damen im Finale am Sonntag (18. Februar, 10.00 Uhr MEZ) ist Titelverteidiger Dänemark, der seine Halbfinalpartie gegen EM-Gastgeber Russland ebenfalls mit 3:1 für sich entschied. Damit kommt es zur Neuauflage des EM-Endspiels von 2012, in welchem die DBV-Auswahl die Nordeuropäerinnen mit 3:1 besiegte und den historischen Titelgewinn bejubeln durfte.

In der Vorschlussrundenbegegnung der Herren bot der deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler (1. BC Beuel) beim 13:21, 21:19, 16:21 im 1. Herreneinzel gegen den amtierenden Vizeeuropameister Anders Antonsen eine beeindruckende Leistung und verpasste den Punktgewinn zugunsten Deutschlands letztlich nur knapp. Danach unterlagen die nationalen Champions Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen) im 1. Herrendoppel den aktuellen EM-Zweiten Mads Conrad-Petersen/Mads Pieler Kolding in zwei Durchgängen, bevor Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen) durch einen Zwei-Satz-Erfolg über Emil Holst im 2. Herreneinzel den 1:2-Anschluss herstellte. Den entscheidenden dritten Punktgewinn verzeichneten die Dänen im 2. Herrendoppel durch einen 21:17, 25:23-Sieg von Kim Astrup/Mathias Christiansen gegen Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim).

„Das war ein Super-Fight über vier Stunden! Sehr ärgerlich ist allerdings, dass wir im 2. Herrendoppel den zweiten Satz nicht gewonnen haben. Das war eigentlich unserer“, zog Chef- Bundestrainer Detlef Poste ein Fazit.

Alle Ergebnisse der EMWTC 2018 sind auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „2018 European Men’s & Women’s Team Championships”) erhältlich. Auf der DBV-Homepage bzw. in den sozialen Medien des DBV finden sich zudem weitere Stimmen zu den Spielen der deutschen Mannschaften bei der EM.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutsche Teams bejubeln in Kasan Medaillengewinn und WM-Qualifikation

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Der Deutsche Vizemeister Kai Schäfer verzeichnete im 2. Herreneinzel einen Drei-Satz-Erfolg. Foto: Claudia Pauli.

Wenige Stunden nach den deutschen Spielerinnen haben bei der Europameisterschaft für Herren- und für Damennationalmannschaften (13. bis 18. Februar in Kasan/Russland) auch die deutschen Spieler das Halbfinale erreicht und damit sowohl eine Medaille sicher als auch das Ticket für die Weltmeisterschaft (20. bis 27. Mai in Bangkok/Thailand) gelöst.

Der Deutsche Badminton-Verband (DBV) qualifizierte sich dank der in Kasan verzeichneten Erfolge bereits zum neunten Mal nacheinander mit beiden Teams für die prestigeträchtigen Thomas & Uber Cup-Finals, an denen bei den Herren wie bei den Damen nur 16 Mannschaften teilnehmen dürfen.

In ihrer EM-Viertelfinalpartie setzte sich die Herrenmannschaft des DBV am Freitag (16. Februar) mit 3:1 gegen die Tschechische Republik durch. Nachdem der deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler (1. BC Beuel) die Spieler des DBV durch einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg im 1. Herreneinzel mit 1:0 in Führung gebracht hatte, erhöhte der aktuelle DM-Zweite Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen) durch einen Drei-Satz-Sieg im 2. Herreneinzel auf 2:0. Anschließend musste zwar im 3. Herreneinzel der Deutsche Meister Max Weißkirchen (1. BC Beuel) eine knappe Niederlage in zwei Durchgängen hinnehmen, doch die nationalen Champions Jones Jansen/Josche Zurwonne (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen) machten durch einen Zwei-Satz-Erfolg im nachfolgenden 1. Herrendoppel den Halbfinaleinzug Deutschlands perfekt.

In der K.-o.-Runde werden im Rahmen einer Begegnung nicht unbedingt alle fünf Matches ausgetragen: Das Aufeinandertreffen endet, sobald eine Mannschaft drei Spiele gewonnen hat. Die Damen des DBV hatten zuvor ihr Viertelfinalduell mit Frankreich mit 3:0 für sich entschieden.

In der Partie um den Einzug ins EM-Finale stehen die deutschen Athletinnen am Samstag (17. Februar, 12.00 Uhr MEZ) Spanien gegenüber, das in seinem Viertelfinalspiel die Türkei mit 3:2 bezwang. Die Herren des DBV treffen in der Vorschlussrunde auf Titelverteidiger Dänemark (17. Februar, 14.00 Uhr MEZ). Der Rekord-Champion gewann seine Viertelfinalbegegnung mit Finnland mit 3:0. Ein „kleines Finale“ gibt es bei den Titelkämpfen nicht, vielmehr erhalten beide unterlegenen Halbfinalisten die Bronzemedaille.

Claudia Pauli